Abschied

Weiter

Von Underberg treten wir den Rückweg an. In fünf Tagen müssen wir in Port Elizabeth (PE) sein. Vor der Verschiffung steht noch ein Werkstatt-Termin bei Iveco an, der Termin für die Hafen-Abwicklung inklusive Zollfertigung ist für den 22.2. vorgesehen.

Vor fast zwei Jahren sind wir in Port Elizabeth angekommen. Im Nachhinein betrachtet, war Südafrika der optimale Einstieg für unsere Afrika-Runde und ebenso die optimale letzte Station. Von Deutschland kommend kann man sich in Südafrika langsam an afrikanischen Verhältnisse gewöhnen: vom Wetter über die Menschen und Tiere bis zur Infrastruktur. Und umgekehrt ist Südafrika plötzlich sehr europäisch, wenn man zuvor monatelang in Ostafrika unterwegs war. Kein wildfremder Mensch fragt strahlend, wie es einem geht oder spricht einem gar mit „Mama" an. Tomaten am Straßenrand sind nicht mehr zu finden. Wilde Tiere sind in Nationalpark eingesperrt. Pisten (ungeteerte Straßen) sind Mangelware. 

Eines ist auch in Südafrika nicht mit Europa vergleichbar: Der Himmel! Die Sonne scheint zuverlässig jeden Tag (auch wenn es gerade jetzt im afrikanischen Sommer öfter auch mal regnet) - sie wird uns definitiv fehlen. Ebenso wie die sternenklare Nächte, in denen man die Planeten wie an einer Perlenschnur aufgereiht sieht, und das Kreuz des Südens die Richtung weist. 

Drei Tage vor unserem Werkstatt-Termin und 400 km vor PE fängt unser Auto an zu mucken. Erst braucht es morgens eine Millisekunde länger zum Starten, nach dem ersten Zwischenstopp überlegt es schon etwas länger und am Nachmittag will es schon zweimal gebeten werden. Es wird mit jedem Neustart schlechter und es geht rapide bergab. Was ist das nun - macht die Batterie schlapp? Wenn der Motor läuft, ist alles bestens und wir landen in Port Alfred, 150 km vor PE. Wir haben keine Ruhe mehr,  hier wie geplant noch einen entspannten Tag zu verbringen, wir starten am nächsten Morgen Richtung Iveco-Werkstatt nach PE - nicht ohne sieben Sekunden lang die Luft anzuhalten, bis unser Auto sich dann doch überlegt zu starten. Uff! (Die Batterie wurde ausgetauscht und das iMobil schnurrt wieder.)

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Jetzt haben wir allerdings ganze sieben Tage für PE. Wir tauchen ab in die portugiesische Kaschemme Cubata, die es im Trip Advisor auf 4,5 von 5 Punkten geschafft hat und essen hinter einer Gittertür, auf Bierbänken, bei Stromausfall mit mosambikanischen Generälen die besten Spareribs und die besten Garnelen von PE - wirklich! Trotzdem unser Tipp: Besser nicht vor Anbruch der Dämmerung kommen, sonst gerät man vielleicht in Versuchung, die Umgebung und das Interieur mitzubewerten.

Drei Tage später setzen wir auf Kontrastprogramm: De Kelder, der Keller, wartet mit ebenso gutem Essen in sehr gepflegtem Ambiente auf -  das Zivilisations-Eingewöhnungsprogramm ist angelaufen.

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Tagsüber starten wir die Vor-der-Verschiffung-Putzaktion unter dem Getöse des Freundschaftsmanövers zwischen Südafrika und Mosambik. Die Südafrikaner auf dem Campingplatz sind ganz begeistert und versuchen mit ihren Kameras einen Schnappschuss der Fliegerformationen zu schießen. Wir denken nur daran, wie die lieben Staaten das Geld sinnvoller einsetzen könnten! 



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Ja und dann kommt der große Tag: wir geben das iMobil im Hafen ab. Der Zollbeamte von vor zwei Jahren erkennt uns wieder und wir haben den letzten afrikanischen Smalltalk (wird uns fehlen) sowie die letzte afrikanische Vorschrift, die wir nicht verstehen (fehlt uns zwar nicht, aber wir treffen auf diese Kategorie in Deutschland auch). Peter muss eine grelle Sicherheitsweste und Schuhe mit Schutzkappen anziehen - um 100 Meter in den zollfreien Bereich zu fahren. Die Umzieh-Prozedur dauert länger  als die Fahrt…

Heike nimmt PE noch auf die Liste ihrer legendären Friseurtermine auf: mit Johannesburg, Chimanimani (Simbabwe), Iringa (Tansania), Lusaka (Sambia) und Kapstadt eine stattliche Reihe. 

Peter setzt weiter auf Zivilisations-Eingewöhnungsprogramm und bucht das B&B Lavender für die letzte Nacht. Ein Glücksgriff… 


...und ab geht’s über Dubai nach Hause.



 

 



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