Im Land Nelson Mandelas

Coffee Bay unter unheilschwangerem Himmel  

Fünf Wochen verbleiben uns noch, bevor wir unser iMobil Richtung Heimat verschiffen. Wir wollen noch eine Runde durch Lesotho drehen (diesen Plan werden wir in einer Woche wieder verwerfen) und fahren entlang der Sunshine Coast und Wild Coast Richtung Nordosten: Port Alfred, Gonubie, Coffee Bay

Hier in der Provinz Eastern Cape, insbesondere auf der Strecke Gonubie - Coffee Bay geht es wieder etwas afrikanischer zu als an der Garden Route: mit der Warnblinkanlage muss vor Kühen, Ziegen und Gänsen auf der Straße gewarnt werden, bunte Rondavels stehen weit zerstreut in der Landschaft, die Wäsche hängt wieder überm Zaun, es gibt mehr Mini-Busse als Autos, sogar Obst und Gemüse wird wieder an einigen Stellen am Straßenrand angeboten und leider nimmt auch der Müll in den Straßengräben wieder zu. Die Straße führt nicht mehr direkt entlang der Küste, sondern weit im Landesinnern. Die kleinen Örtchen an der Steilküste der Wild Coast sind nur über lange Stichstraßen erreichbar.

So fahren wir mitten durch die ehemalige Transkei. In Qunu, einem kleinen Örtchen, in dem Nelson Mandela aufgewachsen ist und auch seinen Lebensabend verbracht hat, besuchen wir ein ihm gewidmetes Museum. Zugegeben nicht das beste auf unserer Reise. Da die Mandela-Familien-Grabstätte für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich ist, biegen wir direkt Richtung Küste ab und erreichen nach 90 km kurvenreicher Strecke und mehr als 1000 m Höhenunterschied das Meer. 

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Bunter Touch vor grauem Himmel: die Häuser in Mandelas Heimat.

Coffee Bay wirkt auf uns wie ein übrig gebliebenes, etwas abgewracktes Hippie-Nest aus einer anderen Epoche. Wir finden aber etwas außerhalb das wunderschön gelegene, auch nicht mehr ganz frische, White Clay Guesthouse & Camping, hoch auf den Klippen mit eigenem Strand - wenn die Flut ihn denn frei gibt. 

Crayfish (Langusten) bestellen wir bei einem einheimischen Fischer. Wir sehen, wie er ins Wasser steigt, eine Stunde später bringt er uns vier Krabbelteile lebend vorbei. Wie er sie für uns tötet, beschreiben wir hier lieber nicht. Wir wollen ja keine Probleme mit den Tierschützern kriegen…

In der ersten Bucht liegt ganz allein das White Clay Guesthouse & Camping.

Im Camp treffen wir ein irisches Pärchen, das uns bestätigt, dass die Steilküste mit ihrem wolkenverhangenen Himmel und ihren saftig grünen Hügeln im Hintergrund nicht anders aussieht als in ihrer Heimat. Und dafür reist man halb um die Welt :-)

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