Neujahrswanderung durch die Cracks oder:
Auf den graden Weg schickt man nur die Schwachen

Einfach spektakulär!  begrüßt uns das neue Jahr. Wir planen eine Wanderung durch die Wolfberg Cracks, Felsschluchten nahe Sanddrift in den Cederbergen. Tolle Ausblicke sind garantiert, keiner warnt uns vor dem Weg. Unseren Rother Wanderführer lesen wir erst im Nachhinein und merken, dass die Wanderung als „schwarz“ markiert ist. Aber da sitzen wir schon beim Rotwein und können wieder lachen…

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Einblick in die Schluchten der Cracks und Blick in die Tiefe.

Eine unserer leichtesten Übungen ist der 400 m hohe Aufstieg zu Beginn. Dann durch ein Felsentor krabbelnd erwarten wir im Narrow Crack zu landenSchwieriger als sein linker Bruder Wide Crack soll er für den Aufstieg genommen werden. Andere Wanderer finden uns dann aber ratlos vor einer sich senkrecht auftürmenden Felswand. Wir haben keine Idee, wie es „in“ die Felsspalte, den Crack, dahinter gehen könnte. Sie zeigen uns das Schlupfloch zwei Meter über uns und schwärmen, wie toll es im Crack ist. Das Schlupfloch ist der Einstieg in einen dunklen Fels-Kamin - kein Licht am Ende des Tunnels -, durch den wir, Rucksack voran schiebend, nach oben kriechen. Klaustrophobie darf man hier keine haben, Orientierungssinn im Dunkeln ist hilfreich. Wieder an frischer Luft, wird’s gleich ganz und gar luftig und wir quetschen uns auf einem schmalen Pfad an einem Felsvorsprung vorbei. Heike findet’s gar nicht lustig. Wir klettern über mannshohe Brocken, hüpfen von Fels zu Fels, robben mal auf dem Bauch, mal auf dem Rücken durch finstere Röhren, enge Gassen, Felsdurchbrüche. Soll das der richtige Weg sein?

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Hier sind wir entspannt genug zum Fotografieren: Heike kriecht durch eine Röhre von Crack zu Crack. 

Das Ende des Abenteuers - oder sollen wir es doch Wanderung nennen - droht endgültig vor einer vier Meter hohen Felsspalte. Wir halten Kriegsrat - Rückzug oder weiter? Eingeklemmt zwischen Hintern und Füßen hieven wir uns Stück für Stück nach oben (haben wir mal im Fernsehen gesehen!) und wissen, dass es jetzt definitiv kein Zurück mehr gibt.

Die Szenerie lässt einem die Mühen allerdings sofort wieder vergessen. Der Narrow Crack hält nach jedem Hindernis eine neue Überraschung bereit: eine Art Thingsstätte mit Guckloch ins Tal; weite Hallen, die durch einfallende Sonnenstrahlen in mystische Höhlen verwandelt werden und dann die Felsbögen, die wie Brücken den Crack überspannen - dramatisch! Wenn nicht durch die Anstrengung, dann bleibt einem spätestens jetzt die Spucke weg!

Unter diesem Bogen verschwindet ganz locker ein Einfamilienhaus.

P.S. Abends lesen wir, dass man bei einem Farmer seine Statur begutachten lassen kann, ob man wegen übermäßigen Bauchumfangs in einem der engen Kanäle stecken bleiben könnte  :-)  

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