Krüger Park - Die Wildnis

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Der Krüger NP ist mit ca. 20.000 Quadratkilometern so groß wie Hessen und liegt im Lowveld (Tiefe Ebene) im Nordosten von Südafrika. Gebirgig ist es nur an den Parkgrenzen im Süden und Norden, sonst ist die Landschaft relativ flach, zum großen Teil topfeben mit einigen herauswagenden Koppies (Felseninseln).

Die auf den ersten Blick monotone Landschaft, wird von Hunderten von Bächen und Flüssen durchzogen. Jetzt zur Trockenzeit sind die kleineren alle ausgetrocknet, die größeren Flüsse fließen nicht mehr durchgängig, sondern es haben sich im Flussbett mehr oder weniger große Seen gebildet. Nur den Letaba, Olifants, Sabie und den Limpopo River haben wir als fließende Gewässer gesehen. Wir sind bei unseren Game Drives (Foto-Safaris) fast täglich durch flaches trockenes Grasland, Savanne mit offener Buschlandschaft, dichtes grünes Mopane-Buschland und Flussniederungen mit Bäumen gefahren. Das macht das Ganze sehr abwechslungsreich.

Die Beinamen Zirkus, Zoo und Wildnis für die Süd,- Zentral- und Nordregion können wir nicht an der Häufigkeit der Tiere, sondern eher an der Konzentration von Menschen festmachen. Daher gefällt uns der Norden besser, die Camps sind weniger überlaufen, das Rustic Camp Tsendze hat uns besonders gut gefallen. Mit seinen Plätzen, die eingebettet unter Bäumen und mit Gebüsch weitgehend gegeneinander abgrenzt sind, und Nachbarn wie Boomslang (Baumschlange) und Eule fühlt man sich tatsächlich das erste Mal in der Wildnis. In Punda Maria, dem nördlichsten und ältesten Camp, liegt der Campingplatz noch schöner. Direkt hinter dem Zaun ist ein Wasserloch angelegt, an dem wir versteckt vom Hide (Anstand) aus  jeden Tag bei Dunkelheit eine Herde Büffel beobachten konnten. 

Die Möglichkeit, Tiere zu beobachten hängt eher davon ab, ob man auf der gut ausgebauten und frequentierten Teerstraße entlang rast, die den Park von Nord nach Süd durchzieht, oder auf einer der vielen kleinen Schotterstraßen dahin kriecht, die sich meist entlang von Flüssen und Bächen schlängeln. Und wir haben Trockenzeit - die Tiere versammeln sich an den wenigen übrig gebliebenen Wasserstellen. Weiterer Vorteil der Trockenzeit - viele Bäume haben nur wenig oder kein Laub, d.h. nicht nur in der Grassavanne, sondern auch in Busch- und Baumlandschaften kann man ganz gut sehen. Oft halten wir an einer Stelle an, weil wir ein Tier entdecken und kurze Zeit später beobachten wir noch viel mehr. Manche dieser kurzen Stopps weiten sich zu mehr als einer Stunde aus, weil das Kommen und Gehen kein Ende nimmt und es immer spannend bleibt.  

Wir beobachten, dass sich die Tierarten sehr unterschiedlich im Park verteilen. Im Südwesten läuft einem mehrmals täglich ein Nashorn über den Weg, große Büffelherden haben wir erst nördlich von Tsendze angetroffen.  

Mittlerweile sind wir im Camp Shingwedzi im oberen Drittel des Krüger Parks und haben am Nachmittag einen kleinen Game Drive entlang des Shingwedzi Flusses  unternommen. Heute waren auch alle Tiere in Aktion, bisher hatten wir sie oft nur dösend und schlafend erlebt. Das war unsere Ausbeute:

  • Schon vier Kilometer vom Camp entfernt hat uns ein Fischadler die optimale Stelle für unsere Kaffeepause gezeigt. Auch ein Eichhörnchen hat dort bereits gevespert. Vor unserem sicheren Essplatz im iMobil tummelten sich in der Flusslandschaft:
    eine Hippo-Familie mit Jungen, die eine kleine Klettertour die Flussböschung hoch unternommen hat. Das Jüngste hat allerdings den steilen Anstieg aus dem Wasser heraus nicht geschafft, ist immer wieder zurück gerutscht und musste es aufgegeben. Nach all dieser Anstrengung hat es sich an einer flacheren Stelle eine Kuhle gesucht und ein Nickerchen gemacht,
    zwei Krokodile, die vor unseren Augen erfolgreich Fische gefangen und verspeist haben 
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  • Wir sind kaum 500 m weiter gefahren und treffen: zwei rankernde Impala-Böckchen am Ufer, im Flussbett eine Herde Wasserböcke, ein Junges wurde gerade von seiner Mutter gesäugt.  
    Außerdem eine Büffelherde, Zebras, Giraffen, Elefanten, immer wieder Wasserböcke und Nilpferde entlang der gesamten Strecke, mehrere Paviantruppen, Fischadler, Strauße, zwei Goliath-Reiher, einen sich am Ohr kratzenden Graureiher, einen Gaukler (Adler), einen Kardinalspecht, eine Stahlschwalbe, Perlhühner.
  • Nicht zu vergessen: alle Vögel, die wir nicht beim Namen kennen 


Auch im obersten Norden im Dreiländereck zwischen Südafrika, Simbabwe und Mosambik konnten wir uns entlang des Luvuvhu Flusses kaum von Elefanten, Nyalas, Zebras und Hippos treffen, bevor wir den Krüger Park am Parfuri Gate verließen.

Fazit:
Nach zwei Wochen im Krüger Park erkennen wir einen Waterbuck  auf 100 m, können blind Nyalas von Kudus unterscheiden und hören selbstverständlich, ob ein Elefant uns oder einen seiner Kumpanen antrompetet.

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