Baviaanskloof Nature Reserve -
Unser Tempo fällt unter 10 km/h

Rooihoek Camp im Baviaanskloof - wirklich ablegen! Wir wissen nicht, auf was wir uns einlassen:  Ca. 75 km von der nächsten nennenswerten Ortschaft Patensie entfernt, nur über eine absolut marode, steile und ausgewaschene Piste erreichbar, auf der unser Schnitt unter 10 km/h sinkt. Auch unser Navi, das mit den Karten „Tracks-for-Africa“ gespeist ist, warnt uns nicht, sondern kalkuliert mit normalen Reisezeiten. An der letzten Schranke vor unserem Camp lernen wir: noch 20 km, das soll 1:10 h dauern. Wir brauchen fast zwei Stunden, kommen erst bei Dunkelheit an und stellen einstimmig fest, dass wir zwar Outdoor-, aber keine Offroad-Fans sind. Als Peter unsere Route vom Tag auf das Notebook lädt, entdeckt er im Nachhinein doch noch mehrere Warnungen: serious off road driving, river crossing, steep gradient and loose stones. Hätten wir das eher gewusst, wären wir dann umgekehrt? 

Wir sind nur zwei Parteien im Tal - neben uns ein Ehepaar aus Port Elizabeth, Susan und John, Mitte 60. Sie fahren alle zwei Monate in die Wildnis hierher und verbringen die Woche hier im Zelt. „Wir reisen ohne Stühle. Wenn du nicht mehr vom Boden hoch kommst, dann weißt du, dass du zuviel getrunken hast. Wenn du gar nicht mehr hoch kommst, dann bist du endgültig zu alt fürs Campen.“ Nachts wird es empfindlich kalt: 5°C und sogar 0°C in der zweiten Nacht, da sind wir froh, dass wir nicht im Zelt schlafen müssen. Aber die Südafrikaner sind echte Hard-Core-Camper. Während wir schon mit langer Unterhose, Fleece und Mütze am Feuer auf dem Boden (!) sitzen, hält es John noch mit kurzer Hose aus, allerdings auch mit blau gefrorenen Beinen.

Morgens zieht eine Pavian-Herde durch unser Camp. Sie sind ganz und gar friedlich und  halten einen Sicherheitsabstand von 100 m. Wenn wir uns langsam nähern, weichen sie zurück. Frecher sind schon die Paviane, die sich in der Nähe des Camps niedergelassen haben und gern Lebensmittel klauen. Unsere Nachbarn verlassen ihr Zelt - offen, damit die Paviane es auf Futtersuche nicht zerreißen - und sofort wird ihr Platz von den Affen inspiziert. Ein Pavian liftet den Deckel des Kochtopfs, stellt fest, dass nichts Essbares drin ist, und deckt den Topf wieder zu. Unglaublich! 


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