Ausrüstung - Tops und Flops

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Für eine lange Reise braucht man eine ganze Menge an Ausrüstung, möglichst funktional und haltbar. Wir sind soweit gegangen, dass wir unter der Annahme „das Zeug hält ewig“ bereit waren, nahezu jeden Preis zu zahlen. Und das ist dabei rausgekommen … 

Diese Liste ist nicht tierisch ernst zu nehmen, aber vielleicht ist sie ja für manche eine gute Inspiration:


Die Tops!

+  Werkzeug von Hazet, Knipex, Wera. Gute Funktion, hält was aus, teilweise geniale Konstruktion. Es macht Spaß, damit zu arbeiten.

+ Licht: Taschenlampen von der Firma LED-Lenser, genauer gesagt die Modelle M5 und P14 bieten viel Power im kleinen Format. Der Lichtstrahl lässt sich mit einer Hand zoomen, was extrem praktisch ist. Auch wichtig: Beide Modelle werden mit Standard AA-Batterien/Akkus betrieben, was die Vorratshaltung wesentlich vereinfacht.
Als Stirnlampen nutzen wir das Modell Tikka Plus 2 von Petzl. Leicht, gute Lichtausbeute und auch mit AAA-Batterien/Akkus zu betreiben. Später kamen noch Modelle von de.power hinzu, die sogar die Leuchtstärke automatisch an die Umgebung anpassen.
Für die Dauerbeleuchtung im Außenbereich haben wir zwei LED-Laternen Black Diamond Apollo. Diese Laternen sind sehr kompakt verstaubar, dimmbar und bieten mit vier AA-Batterien/Akkus eine sagenhafte Leuchtdauer. Zwei dieser Laternen auf dem Tisch liefern ein helles und schattenfreies Licht. Allerdings ist es strahlend weiß und damit nicht besonders romantisch. 
Das Beste zum Schluss: Akkus von Eneloop! Diese Akkus bieten den wichtigen Vorteil, dass sie die Ladung auch über viele Monate konstant halten. Die damit betriebenen Geräte sind also zuverlässig nutzbar, auch nach längerer Ruhepause. Wir haben eine passende Anzahl dieser Akkus in den Größen AA und AAA ständig geladen im Schub.

+ Feuer: Ein geniales Teil ist die Goldman Krokodilzange, um Holzscheite im Feuer zurecht zu rücken. Die Zange hat keine Scharniere sondern ein ausgeklügeltes Hebelsystem, dass unkaputtbar anmutet. Und man kann auch große Scheite ordentlich packen. Sehr praktisch und bei jedem Lagerfeuer im Einsatz. 

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Nicht zu unterschätzen ist auch der Brändi-Grill, da er sehr leicht und extrem kompakt verstaubar ist. Einziger Nachteil: nur nutzbar bei Untergrund, in den man die Haltestange treiben kann, also nichts für gemauerte Feuerstellen. Diese Lücke schließt der Mimigri Reisegrill. Ich kann ja auch nichts für den Namen … die Konstruktion ist jedenfalls super. Edelstahl mit Schweizer Präzision gelasert und wirklich formstabil ergibt einen sehr kompakten Holzkohlegrill für zwei Personen. Kompakt heißt hier wie beim Brändi-Grill: die Teile lassen sich in einer Tasche im Format A4 und nur wenige Millimeter Dicke verstauen. Genau das Richtige für den begrenzten Stauraum in einem Reisemobil! Und dann wäre da noch die Low Impact Feuerschale. Ebenfalls sehr kompakt verstaubar hat man damit ein Teil, in dem man zumindest ein kleines Feuer (fast) überall entfachen kann. Seit 2015 haben wir diese Feuerschale gegen die von Relleum-Design ausgetauscht - noch größer und dabei genau so schwer.

Abgebildet ist unser Potje (sprich: Poiki). Ob mit Ästen gefüttert oder mit Holzkohle, das Ergebnis ist in jedem Fall umwerfend! Nachteil: man braucht Zeit, 3 Stunden sind das absolute Minimum für ein butterzartes Stew (= Gulasch).

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+ Kleidung: So ziemlich alles von Mammut, Odlo, Arcteryx und bietet perfekte Funktionalität bei extremer Robustheit, jedenfalls wenn man die entsprechende Ausstattungslinie wählt. Die Produkte von Icebreaker sind sehr funktional und decken ein breites Einsatzspektrum ab, sie wärmen nämlich bei Kälte und kühlen in der Sommerhitze. Zudem wirkt die Merinowolle auf natürliche Art antibakteriell, Gerüche kommen also erst gar nicht auf. Für alle Hersteller gilt: während man in den 90-er Jahren nahezu blind aus dem damals sehr begrenzten, aber sinnvollen Angebot wählen konnte, geht der Trend in den letzten Jahren zu modisch-chic mit unterschiedlichen Farben je Saison und marginalen Unterschieden zwischen den zahlreichen Modellen, die ich nicht mehr sinnvoll unterscheiden kann. Einziger Vorteil: Man kann die Modelle der letzten Saison zum Schnäppchenpreis erwerben, ohne dass man funktional Einschränkungen hinnehmen muss.

Ebenso super: unsere Zwickerli, zu deutsch: Wäscheklammern

+ Schuhe: Meindl! Der breite Leisten passt für uns perfekt und es gibt ein gutes Sortiment vom alltagsfähigen Halbschuh über Wanderschuhe für alle Anforderungen bis hin zum Wüstenstiefel. Leider muss man feststellen, dass die Schuhe aus den 90-er Jahre deutlich länger gehalten haben als die aktuellen Modelle. Der Materialeinsatz wurde ganz offensichtlich „optimiert“. Die Funktionalität und Passform ist aber nach wie vor erstklassisch. Unser Tipp für die Tropen: Schuhe mit Leder-Innenfutter, die ein herausragendes Fußklima bieten.

Ausnahmen bestätigen die Regel: diese Sohle löst sich in Afrika auf!


+ PC und Co: Ein Laptop von Apple mit SSD-Festplatte ist klein, leistungsfähig und robust gegenüber Erschütterungen beim Transport im Fahrzeug. iPad und iPhone sparen mit den vielfältigen Anwendungen, die das Reisen unterstützen, viele andere Geräte. Wir nutzen das iPhone täglich für die Orientierung mit Hilfe detaillierter Landkarten, als Kompass, Höhenmesser, Lexikon, Wörterbuch, für die Wettervorhersage und als Kommunikationsmittel auf mehreren Kanälen. Laptop, iPad, iPhones und die entsprechenden Ladegeräte passen fast unsichtbar in zwei Mini-Klappen unter unsere Tischplatte.

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+ Küche: Töpfe von Woll sind nicht leicht, aber haltbar. Besonders praktisch: die Pfannen haben einen abnehmbaren Stil, womit sie sich platzsparend verstauen lassen.
Ein Schnellkochtopf  (mit abgesägtem Griff!) hilft, die Gasvorräte zu schonen und ermöglicht die Zubereitung von Speisen in der Kabine ohne allzu große Geruchsbelästigung. Na, und wie der Name schon sagt, schnell geht es auch noch!
Mit der manuellen Espressomühle Modell „Heidelberg“ von Zassenhaus sowie dem Espresso-Kocher und Milchaufschäumer von Alessi zaubern wir täglich frischen Espresso oder Cappuccino auch ohne elektrische Maschinen und dem gigantischen Energiebedarf dieser Geräte. Es reicht ein wenig Muskelkraft und eine Gasflamme. 

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+ Toaster für die Gasflamme: Der Lebensretter schlechthin! Wer schon einmal wochenlang weißes, weiches Brot gegessen hat, weiß zu schätzen, wenn man dieses vor dem Verzehr noch ein wenig aufpeppen kann. Dieser Toaster macht den Unterschied - für nur wenige Euro unser Preis/Leistungs-Sieger aller Zeiten!

+ Nalgene-Trinkflaschen in schicker Neopren-Hülle. Der Schnabeltassen-Verschluss sieht ziemlich gewöhnungsbedürftig aus, hat sich aber sowohl beim Autofahren, als auch beim Wandern als extrem praktisch erwiesen. 

+ Camping-Tisch von Dukdalf, genauer gesagt der Klapptisch Prima Vista 2 (115 x 70 cm). Die Tischplatte kann nachts mal nass werden, ohne dass sie Schaden nimmt. Angeblich lassen sich sogar heiße Töpfe abstellen, aber das haben wir lieber noch nicht ausprobiert. Die Höhe ist einstellbar von „Esstisch“ bis „Küchenarbeitsplatte“, sehr praktisch.



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So wird man vom Top zum Flop!

- Camping-Stühle Ergon von Dukdalf. Die Teile sind leicht, gut zum Sitzen am Esstisch geeignet und in Kombination mit den Fußstützen kann man sogar eine bequeme Liegeposition erreichen. Soweit zum Top. Die Stühle werden beworben mit „verstärktem Rahmen“ und sollen angeblich 150 kg aushalten. Fragt sich wie lange? Bereits unter 85 kg sind sie pünktlich nach dem Ende der Garantiezeit zusammengebrochen. Nichts für eine lange Reise, also doch ein Flop!



Und hier die Flops!

Die Anzahl der Durchfaller hält sich in Grenzen. Wir haben mit viel Aufwand recherchiert und das hat sich offensichtlich gelohnt. Dennoch gab es Ärger mit ...

- Ladekabel für iPhone/iPad: innerhalb weniger Monate sind bei zwei Kabeln die Leitungen gebrochen, bei einem ist der Stecker abgefallen, eines hat sich hinter der Windschutzscheibe unter der Sonne Afrikas aufgelöst. Übrigens - ein Original-Kabel kostet mehr als 25 Euro!

- Gaskocher für die Außenküche, zweiflammig. Egal welcher Hersteller, egal welche Preisklasse - wir haben noch kein Gerät gefunden, das auch nach häufigem Gebrauch noch ansprechend aussieht, gut zu reinigen ist und einen funktionierenden Windschutz bietet. Eine Wahnsinns-Eigenkonstruktion für Kocher Nr. 2 hilft!

Wasserkessel: Wir hätten gern einen mit drei Litern Volumen und großem Durchmesser, damit man auch ordentlich Gas geben kann. Das Packmaß soll dabei erträglich bleiben. Trauriges Ergebnis: Ein solches Teil gibt es nicht!

- Leki Wanderstöcke und zwar die super-leichten Top-Modelle aus Carbon: Auch diese Teile sind pünktlich nach Ablauf der Garantiezeit gebrochen, der Verschluss hielt schon länger nicht mehr. Die Stöcke wurden oft benutzt, aber dafür sind sie ja auch gedacht.

- Wir müssen es zugeben, auch unser Schuhregal Marke Eigenbau im Heckstauraum hat Afrika nicht überstanden. Der Stoff hat ein wenig an der Kabinenwand gerieben und sich dabei in Staub aufgelöst. Der mit Sika-Flex verklebte und zusätzlich verschraubte Schwerlast-Auszug ist einfach abgerissen. Dieses Beispiel hat uns gezeigt, wie viel Erfahrung im Bau eines hoch belastbaren Expeditionsmobils steckt. Auch wir sind nun an Erfahrung reicher. Die neue, bombensichere Konstruktion gibt es schon als 3D-Modell auf dem PC. Wir werden berichten …


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