Wie wollen wir reisen?


Die Art der Fortbewegung

Es gibt viele Möglichkeiten die Welt zu erkunden: Man kann mit dem Motorrad aufbrechen, wie Michael Martin oder mit Reit- und Packpferden, wie Günter Wamser. Manche sind hart zu sich selbst und nutzen ihr Fahrrad, wieder andere gönnen sich ein wenig mehr Luxus im Mega-Truck mit Fußbodenheizung und Bidet. Und auch mit dem Rucksack kommt man um die Welt! Alles hat signifikante Vor- und Nachteile und jeder muss den Kompromiss schließen, der letztendlich am besten zu ihm passt. Für uns war klar, dass wir für viele Reiseabschnitte ein Auto brauchen und wir haben uns für einen leichten Allrad-LKW (5,5 t) mit einer individuell angefertigten Wohnkabine entschieden. Mehr dazu im Abschnitt Ausrüstung/Wahl des Fahrzeuges.

Eine für uns besonders interessante Alternative zur Fortbewegung mit dem Auto, die intensive und direkte Reiseerlebnisse geradezu garantiert, ist die Rucksackreise als „echter Globetrotter". Das hat ganz sicher einen eigenen Charme und man gewinnt Eindrücke, die einem sonst verwehrt bleiben. Allerdings muss man eine gehörige Portion Leidensfähigkeit und noch mehr Zeit mitbringen. Auch eine robuste Gesundheit, gute körperliche Kondition sowie starke Nerven gehören dazu. 

Wir haben auf allen Reisen Wanderschuhe und Rucksack dabei und soweit es irgendwie geht, erkunden wir unsere Umgebung zu Fuß und das am liebsten täglich.

Für die Zeit zwischen den großen Reiseetappen mit unserem Auto und auch für die „Zeit danach“ haben wir durchaus vor, auch die anderen Reiseformen weiter zu pflegen: Zu Hause steht ein zweites Paar Wanderschuhe, das Zelt ist griffbereit, der Benzinkocher gefüllt, die Fahrräder geölt und das Kajak wartet auf seinen Einsatz!

Reisedauer

Unser Traum ist, die Welt zu bereisen. Wir gehen davon aus, dass das 10 bis 15 Jahre in Anspruch nehmen wird. Es gibt viel zu sehen und wir wollen das mit ausreichend Zeit tun, um dem Fremden zu erlauben, seine Wirkung auf uns zu entfalten. Außerdem sind große Entfernungen zu überbrücken und die Tagesetappen sollen nicht zu lang werden.

Ein weiterer Aspekt ist, dass man aus Sicherheitsgründen zu keinem Zeitpunkt die Reiseziele frei wählen kann. Wir sind für kleine und mittlere Abenteuer bereit, aber wir werden nicht in Gebiete reisen, in denen wir als Gäste gerade nicht willkommen sind. Und es scheint wohl so zu sein, dass mindestens 10 Jahr vergehen müssen, bis dort wieder Frieden eingekehrt ist. Viele Länder Lateinamerikas und Afrikas sind dafür konkrete Beispiele. Wir hoffen sehr, dass Nordafrika, der mittlere Osten und weite Teile Asiens innerhalb absehbarer Zeit auch wieder unter normalen Umständen bereisbar werden. 

Andererseits ist es natürlich so, dass viele aufregende Ziele offen stehen. Afrika hat für uns dabei die erste Priorität, insbesondere weil sich auf diesem Kontinent gerade viel verändert - zum Guten wie zum Schlechten. Wir wollen Afrika so bereisen, wie wir es bisher in diversenUrlaubsreisen kennen gelernt haben. Die weitere Reihenfolge steht noch nicht fest und hier kann man den jeweils aktuellen Planungsstand nachlesen. Wir schließen auch längere Etappen in Europa zwischen den Fernreisen nicht aus. Im Gegenteil, es gibt viele attraktive Reiseziele auf unserem Kontinent. 

Kein Zweifel besteht daran, dass wir uns auch zu Hause sehr wohl fühlen und wir haben keine Angst davor, irgendwann einmal wieder sesshaft zu werden oder einen ganz anderen Reiserhythmus zu verfolgen.

Vielleicht werden wir unseren Wohnsitz auch irgendwann einmal verlegen, wer weiß? Unsere Weltreise ist jedenfalls auch dazu angelegt, den schönsten Platz für die Zeit zu finden, wenn wir mal wirklich alt sind.

Der Reise-Rhythmus

Für uns stand von vorn herein fest, dass wir unser zu Hause nicht aufgeben wollen. Vielleicht sehen wir das ja in einigen Jahren anders, aber für den Anfang ist das keine Option.

Unsere Reiseetappen waren bisher drei bis sechs Monate lang und das haben wir als optimal empfunden. So hat man Zeit genug, um auch entfernte Reiseziele ausgiebig zu erkunden und es kommt (fast) noch kein Heimweh auf. Den Kontakt zu Familie und Freunden kann man auffrischen und eine Vielzahl von praktischen Fragen rund um Haus, Garten, Finanzen, Versicherungen u.a.m. sind einfacher handhabbar. Das bedeutet auch, dass wir nicht zu „echten Nomaden“ und Dauer-Reisenden ohne festen Wohnsitz in Deutschland werden - jedenfalls jetzt nicht.

Ganz entscheidend ist, das richtige Reisetempo zu finden. Die größte Gefahr besteht darin, dass man zu schnell unterwegs ist, etwa so, wie bisher im Urlaub. Auch wir haben uns am Anfang öfter mal „zwingen“ müssen, uns Zeit zu gönnen. Dass man die Zeit auch aktiv nutzt, ist ein wichtiger Schlüssel für ein nachhaltig positives Reiseerlebnis und gleichzeitig der größte Luxus dieses Lebensstils. Uns ist es nie langweilig geworden. Ganz im Gegenteil, beim "langsam sein“ haben wir die interessantesten Entdeckungen gemacht!

Für manche ist der Weg das Ziel und wir können das gut akzeptieren. Wir jedoch wollen die Zeit auf der Straße in Grenzen halten. Tagesetappen von maximal 100 km im Durchschnitt empfinden wir als angenehm. Und wir können sagen, dass das auch in sehr weitläufigen Regionen wie Skandinavien und dem südlichen Afrika realisierbar ist, ja sich automatisch ergibt, wenn man sich Zeit für tiefer gehende Eindrücke lässt.

Letztendlich muss man auch daran denken, dass während einer Langzeitreise ab und zu ein Tag für praktische Dinge notwendig ist: Einkaufen, Wäsche waschen, Mails lesen und beantworten, Anrufe tätigen, Fotos sortieren, Webseite aktualisieren, Bankkonto/ Kreditkarte prüfen, Auto warten, Wohnkabine sauber halten - auch das muss mal sein und die Zeit dafür muss eingeplant werden, damit kein Stress aufkommt.

© P Wroblowski / H Zängerlein                                                                                                                                                 Disclaimer          Kontakt          Sitemap