Markthalle in Ancud: Gemüse, Salat, Obst, Gewürze neben Brötchen, Käse, Honig und Marmelade
Sehr lieblich geht es auf der Insel Chiloé zu - im Gegensatz zu den letzten zwei Monaten schient hier nichts extrem zu sein. Kein Sturm, keine ungestümen Regenschauer, keine Hänge, die 1000 m senkrecht abfallen, und die Vegetation kann auch nicht mehr als Urwald bezeichnet werden.
Wir sind wieder in „gemäßigten Breiten“ angekommen. Zuhause war uns bisher nicht bewusst, was das bedeutet. Wir müssen nicht mehr überlegen, wie wir unser Auto in den Wind stellen, um aussteigen zu können und nachts fehlen uns die Windgeräusche und der sanfte Wellengang im iMobil. Der krasse Wechsel im Klima kommt überraschend und wir sind richtig froh, eine Verschnaufpause von so viel Natur zu haben. Das richtige Örtchen, um Urlaub zu machen! Das denken sich die Chilenen auch und fallen jetzt im Januar in Scharen ein und wir beschließen, es ihnen gleich zu tun. Eine Woche lang bummeln wir auf der Insel herum, ein bisschen Kultur, ein bisschen Strand, ein bisschen Genuss!

Chiloé ist bekannt für seine Schindel-Kirchen und … für sein Essen. Letzteres bestätigte uns der korpulente Tankwart kurz vorm Übersetzen auf die Insel und strahlte bis über beide Ohren. Ja, er sah in der Tat so aus, wie wenn er all die Leckereien selbst schon einmal ausprobiert hätte :-)
Gerüchteweise soll die Kartoffel sogar hier ihren Ursprung haben, aber auf den fruchtbaren Böden gedeiht alles, was der Gemüsegarten her gibt und landet sofort auf den Märkten. Gleich nach der Ankunft besuchen wir den Markt in Ancud - ein so buntes und frisches Angebot bis hin zu Erdbeeren, Himbeeren und Kirschen, begegnet uns auf dieser Reise zum ersten Mal. Wir können nicht widerstehen!
Weiter geht’s zum Fischmarkt mit Merluza (Seehecht), Lachs und Muscheln, die hier am Strand herumliegen, wie sonstwo die Kieselsteine. An der Pazifikküste beobachten wir ein paar Tage später überwiegend Frauen, wie sie in Neopren-Anzügen im kalten Wasser knien und säckeweise die Muscheln aus dem Sand graben. Wahrlich mühselig - der Lohn wird dem kaum angemessen sein.

Was mit dem Seetang geschieht, der am Strand zum Trocknen ausliegt, wissen wir nicht. Die PickUps drohen jedenfalls unter der schweren Last der nassen 1-m3-Pakete fast zusammen zu brechen. Einen Tag später, nach mehrmaligem Wenden, wiegt das trockene Tang-Heu fast nichts mehr und wird wieder abgeholt. Inzwischen haben sich die Möwen ihren Anteil herausgepickt.
Diese Bündel links im Bild sind uns jetzt schon öfters begegnet - auch eine Art Seetang. Wie man den wohl zubereitet?
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