
Sonntag Morgen 9 Uhr: alle warten beflaggt auf den Präsidenten. Er inszeniert seinen Auftritt, er kommt über den Titicacasee ausgerchnet in „unsere“bis dahin sehr einsame Bucht.
Gleich am ersten Abend in Bolivien an einem recht einsamen Strand am Titicacasee wird Peter mit einer Umarmung herzlich begrüßt. Der Ältesten-Fischer der drei Fischerhütten heißt uns willkommen!

Hier könnt ihr bleiben, hier ist es ganz ruhig, nur morgen kommt der Präsident! Wie bitte? Er kommt nicht in den Wallfahrts-Touristenort Copacabana, sondern sieben Kilometer südlich an diesen abgelegenen Strand. Wir trauen unseren Ohren nicht.

Tatsächlich klopft am Sonntagmorgen um acht Uhr schon die Präsidentenvorhut an unserer Tür. Wir müssen mit unserem großen Auto etwas abseits fahren, denn so stören wir die Zeremonie. Der Präsident kommt wirklich. Und zwar zwei Stunden später mit drei Booten über den Titicacasee herangeschwebt. Menschenauflauf. Fahnenschwingen. Trommelwirbel. Selfies. Immer wieder werden die hermanas y hermanos, die Schwestern und Brüder, begrüßt. Dazwischen wir mit unserem Kameras.
Kein schlechter Empfang in Bolivien!

Zwei Tage später fahren wir zurück nach Copacabana, dem wichtigsten Wallfahrtsort Boliviens zu Ehren der Virgen de Copacabana. Vor der Basilika stehen noch ein paar Autos, die kurz zuvor gesegnet wurden. Geschmückt wie die Pfingstochsen mit Gladiolensträußen und Girlanden und … zwei, drei Flaschen Bier vor der Kühlerhaube. Die Insassen feiern seit zwei Stunden die Segnung ihrer Karosse und sehen nicht mehr ganz nüchtern aus. Fahrtüchtig oder nicht? Mit einem frisch gesegneten Auto kann einem sicher nichts passieren.
Übrigens, dieses Copacabana in Bolivien ist das echte Copacabana. Der berühmte Strand in Rio de Janeiro ist nach diesem hier benannt, nicht umgekehrt.
Im folgenden unsere Feldstudien beim Präsidentenbesuch:
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