Der erste Tag in Sambia…

… hätte positiver nicht verlaufen können. An der Grenze nach Livingstone werden wir kompetent, freundlich und schnell behandelt. Weil wir eine Comesa Yellow Card für alle ostafrikanischen Länder kaufen wollen - das entspricht etwa unserer grünen Versicherungskarte in Europa -, lässt uns der Grenzbeamte sogar ohne Versicherung in die Stadt fahren, denn nur dort kann man bei der Professional Insurance eine solche Versicherung abschließen. Über soviel unbürokratisches Entgegenkommen sind wir wirklich überrascht und natürlich froh!

Ebenso überrascht sind wir als die Geldautomaten sich zunächst weigern, uns die gewünschten 2000 Kwachas (ZMW = Sambische Kwachas) auszuspucken. Wir benötigen fünf Versuche an verschiedenen Geldautomaten bis wir darauf kommen, dass wir das Limit von 1000 EUR pro Tag und Karte schon ausgeschöpft haben. Wir hatten uns morgens in Simbabwe bereits mit US Dollar für den Notfall eingedeckt …

Solche kleinen Probleme lösen wir leicht :-)  Wir zücken das iPhone mit der Währungs-App, berechnen, dass wir für heute nur noch ca. 75 EUR oder 600 Kwachas zur Verfügung haben und reduzieren den gewünschten Betrag am Geldautomaten auf 600 ZMW. Zuck - spuckt dieser das Geld aus und wir sind wieder entspannt!

Jetzt besuchen wir den Supermarkt - reines Interesse, denn unser Auto ist bis unter die Decke mit Lebensmitteln vollgestopft. Die nächste Überraschung: Man kann ohne Übertreibung sagen, dass wir einen solch gut bestückten Supermarkt bisher höchstens in Johannesburg oder Windhoek gesehen haben: das Angebot der Fleischtheke sieht äußerst lecker aus und die Obst- und Gemüseecke stellt jeden deutschen Supermarkt in den Schatten. 

Fehlt noch Überraschung Nr. 4: Das ist unser Campingplatz bei der Bushfront Lodge. Ein Kleinod - eingebettet in den Regenwald sind die wenigen Plätze um die Küchenhütte angeordnet. Am ersten Tag ist noch eine Gruppe da, am nächsten Tag sind wir allein. Alles ist einfach, aber sehr ordentlich und hat sogar Charme, und die zugehörige Lodge ist seht geschmackvoll im afrikanischen Stil eingerichtet.

Abends nach 7 Uhr kommen drei Männer - es ist bereits stock-dunkel. Die Stromversorgung im Camp ist ausgefallen und sie brauchen einen Schraubendreher. Peter kramt sein Werkzeug hervor und sie wollen sich sofort an die Arbeit machen. Als sie in der Finsternis verschwinden, ruft Peter ihnen hinterher und bietet ihnen noch eine Stirnlampe an. Sie hätten doch tatsächlich an stromführenden Leitungen im Finstern herumgeschraubt!

Also alles perfekt? Ja, wäre da nicht der Fluglärm im Hintergrund. Schon in Victoria Falls sind die Hubschrauber den ganzen Morgen geflogen und haben versucht das Getöse der Wasserfälle zu überbieten. Hier in Livingstone ist es nicht besser und die ersten Helis starten bereits um 7 Uhr in der Früh.

Wir fühlen uns an Grindelwald erinnert. Um Eiger, Mönch und Jungfrau schwirren noch viel mehr Helis, wenn das Wetter schön ist. Wer unberührte Natur erleben will, sollte sie nicht bei solchen Highlights suchen!



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