Alles selbst erlebt! In Uruguay.

¿Do you have migraciones? - Zollabwicklung

iMobil noch unter Verschluss im Hafen von Montevideo.

Montevideo 10/2017: Temporärer Import unseres iMobils mit dem Agenten Eduard Kessler 

Wie schon erwähnt, haben wir den Agenten Eduardo Kessler (sein Großvater stammt vom Bodensee) engagiert, um die Nerven während des Import-Prozesses unseres Autos etwas zu schonen. Das hat hervorragend geklappt. Eduardo hat uns effizient durch das Zoll-Import-Prozedere geschleust und war dabei noch äußert nett.

Alle Schritte, soweit wir sie selbst nachvollziehen können, sind im Folgenden aufgeführt. Die Örtlichkeiten liegen nur wenige 100 m auseinander. Da wir uns ein Zimmer im Stadtzentrum genommen haben, können wir so alles zu Fuß erledigen, jedenfalls nachdem der sintflutartige Regen am ersten Tag vorbei ist.


  • Schritt 2 - Dirección Nacional de Migración - Freitag 27.10.2017
    Hier löst sich das Rätsel der uns vollkommen schleierhaften WhatsApp Nachricht „Do you have migraciones?“ auf.
    Es geht um einen Termin für die Vorsprache bei der Einwanderungsbehörde. Dort erhalten wir eine „erweiterte“ Aufenthaltsgenehmigung, die es erlaubt, ein Auto temporär zu importieren.
    Adresse: 1501 Misiones, Montevideo, gleich um die Ecke vom Büro Eduardo Kessler. Kosten 202 UYU, knapp 6 EUR.
    Entgegen anderen Informationen kann man zu dieser Behörde auch ohne Voranmeldung, d.h. „ohne Nummer“ kommen. Wir haben ein Schreiben von Eduardo Kessler in Spanisch dabei, welches unser Anliegen erklärt. Nach einer halben Stunde verlassen wir mit dem geforderten Stempel die Behörde - schneller als ein britisches Paar, das „mit Nummer“ einen Termin hatte. 

Migrationsbüro.

  • Schritt 3 - KMA - Montag 31.10.2017
    Nachdem die Grande Buenos Aires noch am Freitag spät nachmittags in den Hafen einläuft und entladen wird, geht es am Montag früh für uns weiter. Wir erscheinen um 9:30 Uhr im Büro von KMA, der Logistikfirma des Hafens Montevideo. Adresse: 713, 25 de Mayo - 9. Stock. Wir geben unseren Frachtbrief von Grimaldi ab und bezahlen 699 USD, wahrlich kein Sonderangebot für das „Auslösen“ unseres Autos. Der Preis hängt von Größe/Gewicht des Fahrzeuges ab, variiert jedoch nicht stark. Andere Reisende bezahlen für ein halb so großes Auto 633 USD.
    Durch den Zaun erspähen wir die Grande Buenos Aires. 

Durch den Zaun erspähen wir die Grande Buenos Aires. 

  • Schritt 4 -  mit Eduardo Kessler beim Zoll im Hafen
    Hier wird es etwas undurchsichtig für uns. Eduardo entschuldigt sich mehrmals für die komplizierte Abwicklung. Er hat heute sechs Autos durch den Zoll zu schleusen, aber der Zoll hat sich entschieden, zwei verschiedene Abläufe zu wählen. Eduardo springt also zwischen den zwei Gruppen hin und her. 
    • Wir haben jedenfalls zunächst einen Zolltermin, bei dem alle Personalien und Auto-Identifikationen aufgenommen werden bzw. die Originale mit den bereits elektronisch übermittelten Dokumenten von Eduardo abgeglichen werden. 
  • Anschließend eine Zoll-Besichtigung des Autos, bei der wir lediglich nach der Anzahl der Reserveräder, Kochstellen und Kühlschränke gefragt werden. Für alle anderen Dinge im vollgestopften Auto interessiert sich niemand. Auch konnten wir schon vorab die Kabine öffnen, die sorgsam mit Zoll-Banderolen versiegelt war. Eine Stunde lang hätten wir unbeaufsichtigt Sachen ein- oder ausladen können. Seltsam.
  • Danach gehen wir wieder ins Zollbüro, um ein zweites Mal Reisepass, Führerschein und Auto-Zulassung vorzulegen. Alle Daten werden auch ein zweites Mal ins System eingegeben. Als wir etwas ungeduldig werden, werden wir von der Beamtin aufgefordert Ruhe zu bewahren. Stress kurz vor Feierabend ist offensichtlich unerwünscht.

Die Türen sind versiegelt, aber noch bevor der Zoll kommt, ermuntert uns Eduardo das Siegel aufzubrechen… 

  • Schritt 5 - Endrechnung
    Wir zahlen an Eduardo Kessler 227 USD (150 USD für seine Unterstützung, 77 USD hat er für die Abwicklung beim Zoll für uns ausgelegt).
  • Schritt 6 - Wir fahren mit unserem iMobil aus dem Hafen :-))).
    Kontrolliert wird dabei lediglich unser bezahltes Parkticket.
  • Schritt 7 - Alle Tanks und Vorratskisten füllen: An den Tankstellen haben wir uns schon vorab informiert und spendieren unserem High-Tech-Motor nun zielgerichtet „Euro-Diesel“ mit geringem Schwefelgehalt (10 ppm) zum Premium-Preis. Großes Glück hatten wir, dass nach 18:00 Uhr noch eine Gasfüllstation offen hatte. Wir passen gerade so unter der Einfahrt durch, unsere Adapter für die deutschen Gasflaschen passen und der freundliche junge Mann lässt uns sogar noch den Wassertank füllen. Beim Bezahlen sollen wir uns entscheiden, in wieviel Monatsraten wir abstottern wollen - andere Länder, andere Sitten! Das Angebot im Supermarkt ist hervorragend und der Einkaufswagen füllt sich rasch. Gott sei Dank fällt uns kurz vor der Kasse ein, dass wir in wenigen Tagen über die Grenze nach Argentinien fahren und viele Lebensmittel nicht importiert werden dürfen. Also wieder auspacken …

Erste Aktion vor Ort: Gastanken.

Erster Übernachtungsplatz direkt am Rio de la Plata - silbern ist er nicht gerade.

Fazit: 

Wir waren mit Eduardos Unterstützung sehr zufrieden und empfehlen ihn weiter. Ohne ihn hätten wir das Auto nicht an einem Tag aus dem Hafen bekommen und eine weitere Nacht im Hotel bleiben müssen, das hätte auch Geld gekostet.

Mal davon abgesehen, dass sich die Ankunft des Schiffes mit unserm Auto an Bord in den allerletzten Tagen noch mehrfach vor und zurück geändert hat, lief der gesamte Importvorgang effizient und problemlos ab. 

Die Gesamtkosten für die Verschiffung unseres Autos (L6,3 x B2,2 x H3,2 m; 5,5 t) belaufen sich auf 4000 EUR inklusive der Gebühren in Hamburg und Montevideo sowie einer Transportversicherung.

30/10/2017

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