Honde Valley - ein Geheimtipp

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Das Honde Valley liegt in den Eastern Highlands im Nordosten von Simbabwe. Unser Ziel, die Aberfoyl Lodge, liegt nach 70 km am Ende vom Tal, unmittelbar an der Grenze zu Mosambik.

Schon die Anfahrt begeistert uns. Der Abzweig ins Tal liegt auf 1600 m und auf den nächsten 10 km schlängelt sich die schmale, sehr gute Teerstraße durch Nadelholz-Plantagen nur langsam bergab. Auf 1300 m wechselt das Landschaftsbild recht abrupt. Statt Pinienwälder bestimmen jetzt Bananen-Plantagen das Bild. Alles ist nach wie vor grün, aber statt großer Baumflächen sind jetzt viele kleine Felder im Tal und an den Hängen angelegt. Am Straßenrand sitzen die Frauen und Kinder und verkaufen ihre Ernte, neben Bananen hauptsächlich Tomaten und Yamwurzeln. Man erreicht den tiefsten Punkt auf 700 m, danach steigt die Straße langsam wieder auf über 1000 m an. 

Auf den letzten 20 Kilometern prägen Teeplantagen die Landschaft. Die dichten grünen Büsche ziehen sich wie eine zweite Haut über die Hügellandschaft. Die Farbe variiert von tiefem Dunkelgrün bis zum leuchtend hellen Grün der frischen Triebe. Wie ein Irrgarten ziehen sich die Wege für die Pflückerinnen kreuz und quer durch die Plantagen und geben den Hügeln ein regelmäßiges Mosaik. Auf Steinen sind die Jahreszahlen für das Anpflanzen eines Teefeldes bezeichnet, sie liegen alle zwischen 1960 und 1970. Wir sind überrascht, dass Teepflanzen so alt werden. Im Hintergrund sieht man die  Zacken der über 2500 m hohen Berge. Wenn die Teeplantagen Weinberge wären, könnte man meinen, man sei in Österreich oder Südtirol. Eine solche Landschaft hätten wir hier nicht vermutet. Wir sind fasziniert.

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Die Aberfoyl Lodge ist ein ehemaliger Country Club der früher hier ansässigen Farmer und liegt mitten in den Teeplantagen. Der Campingplatz ist eigentlich ein schön angelegter Garten, der zu einem Chalet gehört. Die Philodendreen klettern 20 m die Bäume hoch, wie daheim das Efeu. Um das Grundstück herum sind Hecken von Weihnachstssternen (!), Christusdorn und sonstigen deutschen „Zimmerpflanzen“. Außerdem sind überall Azaleenbüsche, die gerade in voller Blüte stehen. Sie sind so groß, wie die Rhododendren der Villa Charlotta am Comer See. 

Wir machen eine kleine Wanderung durch die Teeplantagen zu einem Wasserfall. Auch wenn das Klima angenehm ist, so hat es doch über 25 Grad und mit der Tropensonne im Nacken ist Wandern eine schweißtreibende Angelegenheit. Abends sind wir die einzigen Gäste im Restaurant der Aberfoyl Lodge.

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